Petrus meint es doch nur gut

McMurphy 11. August 2009

Yo,

garden-people and summer-friends, let’s escalate a round.

Gestern war so’n schönes Wetter, ich habe noch lange mit Cockernase Boy draussen im Garten gesessen. Er schnarchte neben mir und war noch total platt von der Narkose. Auf der Wäschespinne hingen zwei komplette Maschinen. Mittlerweile war hier in Lünen-Town Klamotten-Notstand aufgekommen und selbst Bügeln-On-Demand war kaum mehr befriedigend möglich, da echt nur noch Hemden und Shirts dritter Wahl verfügbar waren. Dammned, oder neudeutsch: Dämmmmm!

Der erste Schwung war ziemlich schnell trocken und wurde auch ordentlichst in den Wäschekorb gelegt. Ach war datt schön. Pro Socke ein Schluck aus der Weizen-Molle… und da hingen einige Socken….

Die Jeans und Hemden mussten noch abhängen. Das Abendrot war phantastisch und ließ auf einen ebenso schönen kommenden Morgen schließen. Meine kleine Chilizucht dankte Petrus für den sonnigen Tag mit einigen tiefroten Früchten, die im Tank eines 50PS Golfs Wunder bewirken und diesen adhoc auf GTI-Niveau katapultieren konnten. Ich denke, zu diesen Früchten meiner kleingärtnerischen Bravourleistung nehme ich in Kürze noch einmal genauer Bezug.

Die Entscheidung, die Wäsche über Nacht draussen hängen zu lassen, fiel mir ebenso leicht wie der Schnapsidee nachzugeben, auch den Wäschekorb dort auf dem Rasen stehen zu lassen. Er war ja immerhin noch nicht voll.
“Er war ja immerhin noch nicht voll” …. dieser Satz mit der kümmerlichsten Begründung überhaupt kann echt nur in einem Männerhirn einen bleibenden und hinreichend wichtigen Platz finden. Er erinnert mich an das Credo der Berufs- und Kampftrinker.
Sollte uns das stutzig machen? Ist unser Weg quasi durch unseren genetischen Code vorbestimmt? Egal.

Gegen zwei Uhr nachts weckt mich JayBee, weil er gerne mal wieder ne Riesenpfütze an der kleinen Sonnenblume im Garten produzieren will. Dies erklärt auch, weshalb die Blume klein ist und für den Rest ihres Daseins klein bleiben wird.

Aber irgendwie zischt er nicht wie sonst in den Garten, sondern bleibt in der Tür stehen und schnuppert. Klar: es ist am Regnen. Der feine Herr lümmelt sich zwar bei jeder sich bietenden Möglichkeit in Schlamm- und Pfui-Pfützen, findet selbst im trockensten Sommer geeignete Kneipp-Stätten und fröhnt der angeblich gesunden Bewegung in Algen- und Froschlaich besiedelten Microgewässern, aber sobald es regnet, setzt er keinen Fuss vor die Tür.
Während ich so vor mich hinlächle und mir denke “Mal sehen kleiner Freund, wie lange du das so aushältst! Du hast doch bestimmt 3 Bar auf der Puperze, ansonsten würdest du doch nicht wagen, mich in meinem Schönheitsschlaf zu stören! Die Sonnenblume ist doch zum Greifen nahe, tu es! Tu es! Hehehehe”, lenkt sich mein Blick auf die Wäsche und ich ahne, was der kleine Cocker-Kollege neben mir grad denkt… Aus dem Augenwinkel meine ich ein ebenso verschmitztes Lächeln bei ihm zu erkennen, wie ich es eben grad noch zeigte.

Und so stehen wir eine zeitlang dort: Not gegen Elend.

Egal, hilft ja alles nichts. Ich also im Adamskostüm raus in den Regen, um wenigstens den Wäschekorb zu retten, denn mal vertraulich unter uns Leidensgenossen: hätte ich auch noch halbnackt um 2 Uhr Nachts hier in We-See-Everything-Lünen die Wäsche im Regen abgehängt, so könnte ich sicherlich nicht mehr Zeugnis der Geschehnisse ablegen, da ich längst in Sicherheitsverwahrung wäre.

Gut, Wauzi traut sich ob meiner mutigen Entscheidung auch, steuert auf die Sonnenblume zu und öffnet das Pippi-Ventil, worauf sich der Rheinfall von Lünen schleusenartig gelößt in Richtung Sonnenblume ergiesst.

Sekunden später stehen wir beide im Wohnzimmer und schütteln uns wettkampfmäßig, wobei Kollege Schlappohr natürlich allein durch seine Lauschlappen einige Klangvorteile auf seiner Seite hat, die ich allerdings durch verbale Mittel in Form von “Scheisse… Dämmmmm…” nahezu gut machen kann. Während der Vierbeiner also kräftig schüttlend über den Laminatboden schliddert, schaue ich nochmal raus auf die triefend nasse Wäsche dort draussen. Es wollen sich Gedanken in Richtung “Sahara-Winde mit feinen roten Sandkörnchen” und “gelber Blütenstaub” in mir breit machen, was ich aber nicht weiter zulasse und mir einrede, dass dies nur ein kurzer Schauer sei und nichts weiter diesem kleinen Stippelregen-Intermezzo folgen wird.

Es hat natürlich durchgehend geregnet.
Heute morgen sehe ich die Klamotten irgendwie anders dort auf der Leine hängen als gestern Abend noch. Sie haben schlappgemacht, aufgegeben.
Betrübt gebe ich meine Schuld an dem Desaster zu und schaue zum wolkenverhangenen Himmel.

Das war mal wieder ganz großes Kino. Regie führte wie immer jemand dort oben in der Zentrale der gesteuerten Schicksalsschläge während der drögen Nachtschicht.
Genauso habe ich mir das in meinen Erinnerungen vorgestellt.

Nun macht sich grad etwas wolkentechnische Auflockerung breit. Anscheinend hat sich jemand dort oben in der Tagesschicht gedacht, dass dem Pellny nun doch ein Quentchen Hoffnung in Form von Sonnenstrahlen fehlt um durchzuhalten.
Ich mein’, da oben sind Profis am Werke! Die werden wahrscheinlich dafür sorgen, dass es passend wieder anfängt zu regnen, wenn die Wäsche trocken und abhängbereit ist.
Alternativ kann natürlich auch alles Mögliche mit dem Bügeleisen beim Plätten der Wäsche passieren. Ganz naiv würde mir da sowas in der Art wie “Plötzliche geisterhafte Skalen-Verschiebung am Bügeleisen” oder auch “Unerklärlicher Rost im Wasserbehälter des Bügeleisens” einfallen, kommt beides gut bei weißen Hemden…

Schaun’wer mal, was der Tag so bringt.

Gehabt Euch wohl,
Pater Noster

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Eine Reaktion zu “Petrus meint es doch nur gut”

  1. Mad Maxam 20. August 2009 um 13:18 Uhr

    HAHAHAHAHAAAAAAAAHAHAHAHAHAHAHAAAAA!!!!!
    ;o))))))))))))

    da fällt mir nix mehr zu ein.
    sooooooooooooooooo geil !!!!!!!!!!!!!!!
    danke!

    lg mad maxolette

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