When The Sun Comes Down…
Mad Max 20. August 2009
…and takes place directly into my office.
So, Members of the Crazyness,
während McMurphy in Lünen in Anti-Trockenwäsche-Raindown-Fluten ertrinkt, erzähle ich Euch mal, wie das Ganze 107 km weiter westlich aussieht:
Und so geschah es, dass mein Bread-Roll-Giver, also mein Brötchengeber, meinte, er müsse als “hippes” IT-Unternehmen in den noch hipperen Medienhafen umziehen because of the fucking Renomee.
Eigentlich zeichnet sich der Medienhafen durch wirklich coole Architektur aus, dies hat aber auch so seine Schattenseiten (oder eben gerade nicht, wie sich gleich darstellen wird).
Meine tägliche Arbeitsstätte repräsentiert sich im 4. Stock, mit von der Geschäftsführung ach so geliebten Grossraum-Büros -ob diese die Arbeitseffizienz eines jeden Angestellten wirklich nach vorne bringt, darf gern an anderer Stelle diskutiert werden.
Wie die Architektur der 90er halt so war, wurde dort gern Glas verbaut und zwar im grossen Stil von Meistershand gegossen und angetackert. Und so erbietet sich mein Büro mit einer Komplett-Verglasung, von der 4-Meter-hohen-Decke bis zum blauen AOK-Beratungsstellenfilliale-Teppichboden, auf einer Länge von 8 Metern.
Das Ganze natürlich kompassgenau zum Süden ausgerichtet.
Vielleicht ahnt der eine oder andere von Euch schon, wie geil das ist, wenn die Sonne mal so richtig scheint, unser Büro in gleissendem Weiss erhellen lässt, und meine Bürokollegen und ich dahinbraten wie die knusprigen Dreh-Hähnchen in den Wiener Wald-Filialen der schnöden 70er Jahre.
Doch, you can’t believe it, wurde unser Büro mit einer mobilen Klimaanlage ausgestattet! Das sind diese kühlschrankgrossen weissen Hart-Plastikgeräte, mit Schlauch dran, der wiederum an seinem Ende eine TV-grosse Box mit messerscharfen Kühlrippen aufweist. Diese Box hängt man aus dem Fenster (das danach aber nicht mehr geschlossen werden kann, weil ja der fette Schlauch zur Basisstation führt) und das weisse Ding sollte dann möglichst so aufgestellt werden, dass der Raum gleichmäßig gekühlt werden kann.
Siehe da, der Sommer meint es gut mit uns, und so läuft der Kühl-Wemmser bereits im Mai und versorgt unser Büro mit kühlen Winden und regelmäßigen Erkältungsattacken, begleitet von freundlichen aber neidischen Kommentaren der Kollegen, die nicht in unserem Büro arbeiten; “oooh, hier ist’s aber angenehm!” oder “naa?!! Habt Ihr auch alle Eure Schals und Wollmützen mitgebracht?)” (har har, I laugh me dead).
Dann schreiben Wir die Kalenderwoche 34. Tropische Temperaturen am Niederrhein bei 0% Niederschlag werden vorausgesagt.
Und dieses Mal soll der Wetterbericht stimmen.
Bereits morgens gegen 10:23 Uhr steht die Luft warm im Büro, ohne sich die Mühe zu geben, in den angrenzenden Flur zu entweichen. Während die Schläfe schon pochert und vorsorglich den noch vorhandenen Sauerstoff in den Gehirnbrei hochpumpt, drücke ich den Startknopf des Kühlgottes.
SummmmBrummmSummmm. Maschine läuft, Eiskristalle wachsen auf den Fensterscheiben, jetzt noch Spekulatiuskekse und Sankt Nikolaus kann mit seinen kack Renntieren Weihnachtsgeschenke verteilen kommen.
13:04 Uhr.
Warum sind meine Fingerzwischenräume so feucht?
Warum zeichnen sich tellerminen-grosse Schweissflecken in den Achseln meiner Kollegen ab?
Warum ist mein Kaffee in der Tasse immernoch heiss, obwohl er schon seit 2 Tagen unberührt auf meinem Schreibtisch steht?
Na supi!
Der Klima-Klopper ist im Arsch!!
…und wir zählen hier nun 38 Grad-Celsius im Office.
Es gibt im Leben wirklich nur 3 Dinge, die NIE-NIE-NIEMALS passieren dürfen:
1. Du sitzt aufm Porzellan-Thron, nach beendetem Geschäft -und es ist kein WC-Papier weit und breit verfügbar
2. kaputte Scheibenwischeranlage bei Regen auf der Autobahn
3. kaputte Klimaanlagen ausm Billig-Baumarkt für Büros in trendigen Glasbauten
Und wie wird es auch anders sein; während Fall 1 eigentlich der Wahrscheinlichste ist, meinte die Schicksals-Schaltzentrale, es sei Zeit für Fall 3. Danke.
Und so, liebe Gemeinde, kommt doch bitte Alle hierhin und nehmt Teil an
* der Wassergewinnung für die Dritte Welt direkt im Achselbereich fleissiger IT-Mitarbeiter
* der Erfahrung, wie sich die Menschenhaut in knusprige Hähnchenhaut verändern kann
* der grossen Parade der Käse-Fuss-Apokalypse
* den Sturzbächen menschlichen Schweisses welche sich in den Po-Ritzen in feinster Kaffeewasser-Manier ihren Weg bahnen
Seltsam.
Seit der Freeze-Escalation hier, haben die anderen Kollegen plötzlich keine aufmunternden Sprüche mehr parat.
Wo bleiben denn nun die betroffenen “Aua, ist das heiss hier! Wartet, wir geben Euch jedem ‘nen Eisbecher mit 30 Kugeln aus…” oder “Uff! Hitzefrei! Sofort nach Hause in’ Swimmingpool! Und wehe, Ihr ruft von zuhause Eure Firmen-Mails ab!”.
Tja, da heisst es wieder, thank you for all that fucking shit in our lives…
Ach ja, solltet Ihr zukünftig keine Beiträge von mir hören, liegt es daran, dass ich mumifiziert, vom Schreibtischstuhl gerutscht, unterm Schreibtisch liege und vor mich hin verschimmele.
Verwandte Artikel
- Alltag
- 1 Kommentar
I hold it not out and feel with you MadMax!
Während der letzten Tage war hier oben Büro ein dermaßen krasses Klima angesagt, dass ich sämtliche Zaretten vor der Selbstentzündung retten musste. Sie liegen jetzt im kühlen Keller, wo auch JimboyNase seinen Lieblingsplatz hinter der Waschmaschine wieder entdeckt hat.
El Shalom