Warn-Streiks! Ich warne Euch…
Mad Max 5. März 2008
Licht aus – Spot an! Es ist wieder soweit, das Schicksal lässt nicht lange auf sich warten…
Wat hamma diesmal?
Warn-Streik im öffentlichen Dienst!
VERDI & Co bitten zum kollektiven “AB-JETZT-GEHT-UND-LÄUFT-UND-FÄHRT-NIX-MEHR-BIS-WIR-KRIEGEN-WAS-WIR-WOLLEN”!!
Tja, nachdem also in der Vorweihnachtszeit die angemufften Bahnangestellten mit AOK-Kassengestellen, schlecht-sitzenden Einheitsuniformen und billigen Salamander-Kunstleder-Schuhen Gehaltsforderungen jenseits des dunklen Kosmos’ mit zermürbender Ausdauer auf Kosten derer ausgetragen und letztlich durchgeboxt haben, die ihnen wiederum quasi überhaupt erst die Wurst auf dem Brot ermöglichen (nämlich die ZAHLENDEN FAHRGÄSTE, Anm. d. Red.), scheinen Bus- & U-Bahnfahrer, Pförtner der Stadtwerke und genervte Personalausweisverlängerungs-Mitarbeiterinnen auf den gleichen Geschmack gekommen zu sein, wie die plötzlich-ach-so-solidarisierten-Mehdorn-Sklaven von der Deutschen Schimmel-Bahn.
Wegen einer fiebrigen Mandelentzündung nebst Krankschreibung wurde ich in den letzten 3 Tagen ungewollt Zeuge der TV-Berichte um die Streiks und derer korrupten selbstgefälligen und schmierigen, vollgefressenen Verhandlungs- & Vermittlungspartner; das einzige Lächeln daran entlockte mir die Info, dass in ganz Deutschland gestreikt wird -ausser in NRW!
Supi!, dachte ich mir, dann kannste wenigstens ohne Probleme morgen nach Düsseldorf mit ÖPNV fahren.
DACHTE ICH.
NAHM ICH AN.
GING DAVON AUS, DASS.
MALTE MIR IN GEDANKEN AUS, ES WÜRDE.
Hm. Is’ klar, oder?
Kurz nach 8:20h verlasse ich zu Fuss meine Wohnung in Richtung U-Bahn-Station. Auf halbem Wege dringen schrille Trillerpfeifen-Klänge an meine Ohren, “komisch”, denke ich, “spielt heute morgen der BVB zuhause?”.
Nein, natürlich nicht; es sind die Trillerpfeifen der streikenden Öffentlichen Angestellten, die die Gewerkschaft VERDI auf Mitgliederkosten millionenfach herstellen, kaufen und verteilen liess, um auch wirklich dem allerletzten weltfremden Penner auditiv klarzumachen, dass man auf sich aufmerksam machen möchte.
Parallel dazu stehe ich an einer Fußgängerampel, während sich von links auch schon das ganze gehaltsgeile Sektenvolk -äh Gewerkschaftsvolk nähert; unverkennbar mit roten VERDI-Kappen aufm Kopp und mit -mithilfe der Wasserfarbenkästen der eigenen Kinder- selbstgebastelten Plakaten und Transparenten.
Vorne weg; natürlich Dein Freund und Helfer DIE POLIZEI, die sich auch gleich auf die sensiblen Verkehrsknotenpunkte der Stadt niederlassen, damit auch ja der Tross der Rot-Mützigen-Pisser-Gleichgesinnten unbehelligt seinen Weg zum Ratshaus fortsetzen können.
Ich also geschwind noch vor den Sozi-Demonstranten über die Strasse, die U-Bahnstation schon im Blick, natürlich nicht ohne dass ich mir ein vermehrtes Trillerpfeifen aufgrund meiner Mißachtung dieser Aktion gefallen lassen muss. Sei’s drum. Ich will nur zum Bahnhof.
Und während ich noch darüber nachdenke, dass in NRW laut TV-Bericht eigentlich keine Streiks stattfinden sollen, stehe ich schon vor den verschlossenen Türen der U-Bahn-Station!
ALTOBELLI!
Da war es wieder; dieses Pochen und Pumpen in meiner Halsschlagader, die Bilder im Kopf von einem Kampfpanzer Typ Leopard III, der im Schneckentempo mit seinen Kettenrädern über die Streikwahnsinnigen rollt -und ich am Steuer!!
Liebe Leidesgenossen, wie soll ich Euch das erklären, wie hilflos und aufgeschmissen man sich in diesem Moment fühlt, während ich in Zeitraffer aus der Google-Earth-Map-Perspektive die Strecke Dortmund-Düsseldorf in Gedanken “abfliege”, gleichzeitig aber nicht weiss, was ich jetzt machen soll, da ich auch kein Auto zur Hand habe und der Vorstandschef wahrscheinlich schon mit Blick auf seine 30.000-EUR-Armbanduhr vor meinem leeren Schreibtisch steht und sich über die Personalkosteneinsparung freut, die dann wohl demnächst ansteht…
OK, das Superhirn angeschaltet, kurz nachdenken und kombinieren: “du musst irgendwie zum Hauptbahnhof!” – denn die Bahn wird es sich jawohl nicht erlauben, schon wieder zu streiken?!
Handy gezückt, Taxiruf 14 44 44 gewählt und Taxi zur U-Bahnstation bestellt.
Ich warte also auf das Taxi und überlege, wer denn nun die ganzen anfallenden Extrakosten wie z.B. Taxigeld mir erstatten wird? VERDI etwa? Die Stadtwerke? Der Oberbürgermeister persönlich vielleicht?
Nein. Selbstredend ist der kleine Mann wieder einmal der ge-(ver)arschte.
Dass in der Zwischenzeit ca. 10 Taxen an mir vorbeigefahren sind, ohne Notiz von meinen Früh-Aerobic-Bewegungsübungen zu nehmen, damit ich zumindest annähernderweise die Aufmerksamkeit der Taxifahrer (dazu übrigens an dieser Stelle später mehr) auf mich ziehen kann, muss ich jetzt nicht weiter ausführen…
Nachdem ich mich dann schliesslich in bester Colt-Seavers-Manier (The Unknown Stuntman) vor einem herannahenden Taxi schmeisse, um sein Stoppen zu erzwingen, kann die Fahrt zum HBf endlich vonstatten gehen.
Der südeuropäische, orientalisch-wirkende Mann hinterm Lenkrad ist unglaublich gut informiert: “Heut viele Streik!”. Ach wat??! Hat er etwa den Stein der Weisen gefrühstückt und anschliessend wieder in die Keramik ausgekackt, oder wie? – “Heut viele Taxi Scheisse” durchläuft es meinem Kopf, aber diesen Kommentar behalte ich für mich.
Aber er setzt noch einen drauf: “Inn’stadt zu, mussen gucken wie wir fahrn”. Yo, Chief, das ist schliesslich auch Dein beschissener Kackjob, für den ich dich nachher wohl oder übel auch entlohnen werde und nu sieh zu, dass du deinen Langeweile-Mercedes-E-Klasse in Gang kriegst!
Aha, mein Beifahrer-Kumpel Mustaffa oder Rashid (da bin ich mir noch nicht ganz sicher) fährt uns durch die kleinen Nebengassen der grossen Einfallsstrassen von Dortmund – besser könnte ich es auch nicht machen.
Quiiietsch! Und schon stehen wir inmitten von 569.000 Dortmunder Autofahrern, die alle in Richtung HBf wollen.
Ja, und da sind sie wieder; die Trillerpfeifen von Jericho; rufen zum Streikbau zu Babel, die sich vor dem Rathaus versammelt haben, um bei Glühwein, selbstgeschmierten Stullen und gegenseitigen Solidaritätsbekundungen den halbgaren und verlogenen Ansprachen der Lokalpolitiker ein Stell-dich-ein zu geben. Nicht aber ohne dabei immernoch mit einem riesen Polizei-Aufgebot, das die Sicherheitsmaßnahmen der USA bei Terror-Verdacht in den Schatten stellt, die kompletten Verkehrsschlagadern der Dortmunder Innenstadt lahmzulegen.
Ja, und da sind aber auch wieder meine Visionen des Leopard-Panzers; nur dieses Mal vernehme ich auch das virtuelle Knacken und Knirschen der Knochen, die in den Körpern der VERDI-Fehlgeleiteten zerbersten…
“Oh, Streik ganz vorne”, Ali Bengali Hatschi Alef Omar der IV. hat die street-situation voll im Griff und überrascht mit ungekanntem Service: “Haben Sie eilig? Stau dauern lange, kostet zuviel Geld für Sie. Mussen Sie wissen. Zu Fuss geht vielleicht schneller”.
Ey Meister, bis gestern abend lag ich mit 38 Grad Fieber und angeschwollenen Mandeln so dick wie das ausverkaufte Westfalenstadion im Bett und soll jetzt bei Winterkälte 7 Kilometer durch die streikenden Hirnis zum Bahnhof laufen?? Was’ los? Zu viel Börek gefressen oder was???
“Nee, versuchen Sie mal bitte durch das Klinikviertel zu fahren”. Bingo! Da hab ich aber genau ins Schwarze getroffen, 3 Minuten später drücke ich dem Taxi-Django die Patte für weitere Böreks in die Tatzen und laufe zu den Bahngleisen.
In Düsseldorf angekommen, das gleiche Spiel; wieder auf eigene Kosten per Taxi von HBf zum Büro -aber bitte gern, immer drauf auf meine Fresse, da passen viele Schläge rein, mit mir kann man es ja machen.
Moment! Nicht falsch verstehen; Streiken und Diskutieren sind natürlich hohe Errungenschaften einer Demokratie…
…arten diese Streikaktionen aber dermaßen aus, dass halb Deutschland am Boden liegt bzw. aus lauter Anti-Mobilität und fehlenden öffentl. Diensten regungslos daneben steht, dann kann da doch was nicht richtig sein, oder?
Es muss doch ausreichen, wenn jeder 2. oder 3. Angestellte zum Streik geht, damit zumindest eine Grund-Versorgung bestehen bleibt???
Aber nein, bitte schön, ÖPNV komplett dicht, Bürgerdienste mausetot, was’n Wunder, dass die Stadtwerke mir heute gnädigerweise Strom und Wasser in die Wohnung leiteten…
Aber bitte; WER interessiert sich für die Belange der Angestellten in der freien Wirtschaft? Na? Ach so! Keiner? Ah, zu dumm.
Was meint Ihr, liebe Gemeinde, wenn ich mich unten vor unser Bürogebäude mit ‘ner verschissenen Trillerpfeife aus’m Yps-Heft hinstelle, Plakat in der Hand mit Schriftzügen à la “Entgeltlicher Überstundenausgleich!” oder “Mehr Lohn, aber dalli!!” und alle anderen Kollegen daran hindere, das Gebäude zu betreten, was dann passiert??
Ich könnte mir in einer unglaublich kurzen Zeitspanne, für die noch keine Maßeinheit erfunden wurde, meine Papiere aus der Chefetage abholen!
Was wollten die Lokführer doch gleich? 30% mehr Lohn? Hahahahaaaa!! Ja genau, jetzt wo ich es mir recht überlege, gehe ich doch gleich zum Vorstand und verlange einfach, dass er mit mir seinen Gehaltsscheck tauscht!
SOZIALE GERECHTIGKEIT FÜR ALLE!! WIR SIND DAS VOLK!!
Ihr könnt mich alle kreuzweise, ehrlich, macht einfach keinen Spass mehr!
Während ich bei 2 Firmen, für die ich tätig war, auf insgesamt 1200 unbezahlten Überstunden komme, von denen ich weder in diesem noch im nächsten Leben keinen einzigen Dagobert-Duck-Taler sehen werde, dürfen die gewerkschaftlich organisierten Gehirntoten ganz Deutschland einfrieren?!!
Deutschland fürchtet Terroranschläge von Religionsfanatikern oder die Wiedererstarkung der Russen?
PUSTEKUCHEN!!
Leute wie ich, mit Liebe zum Amoklauf, Gleichgesinnte und verarschte Steuerzahler, die auch noch alle 4 Jahre regelmäßig zur Wahlurne gehen; DAS ist die zukünftige Bedrohung; da wird es irgendwann so krachen, dass Tschernobyl dagegen nur ein seichter Regenwurm-Pups im Morgengrau war…
Ja, das ist vielleicht die Antwort!!
Der Grund, warum ich mit Mitte 30 immernoch nicht im Vorstand eines Multinationalen Konzerns sitze und mit Geld und Prostituierten nur so um mich schmeisse: Das Schicksal hat andere Pläne für mich; ich werde wohl der Anführer dieser Sozio-Terror-Einheiten…
…schön hinterm Steuer eines Leopard-Panzers III.
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